Pressebericht SWP 25.01.2019

Kleiner Dorfladen bedient immer mehr Kunden

Blaubeuren / Thomas Spanhel 25.01.2019

Morgens zwischen 9 und 10 Uhr herrscht ein ständiges Kommen und Gehen im Sonderbucher Dorfladen: Ältere Frauen kommen einkaufen, junge Mütter mit Kleinkind oder auch ein Handwerker von der benachbarten Baustelle, der gleich zweimal Kaffee holt. Ortsvorsteher Heinz Pfetsch, der als geschäftsführender Vorstand des Genossenschafts-Ladens agiert, ist zufrieden: „Wir haben jetzt gut über 200 000 Euro Umsatz im Jahr.“ Täglich kaufen im Schnitt rund 100 Kunden ein, samstags sogar etwa 150.

Pfetsch freut sich über die beständig positive Entwicklung seit der Eröffnung vor rund dreieinhalb Jahren. Im vergangenen  Herbst wurde Obst und Gemüse ins Sortiment genommen, denn der Umsatz soll steigen, um die wachsenden Unkosten zu decken. „Wir haben Glück gehabt: Um so ein Unternehmen im Ehrenamt zu führen, braucht es ganz spezielle Leute, die harmonieren“, bilanziert Vorstandsmitglied Tanja Kast. Nur so gelinge der Einsatz der vielen Helfer, der Vereine im Dorf und der 173 Genossen, die immer wieder selbst zum Einkaufen kommen: „Das schweißt zusammen.“ Hinzu kommen die Kunden, die aus umliegenden Orten das Projekt unterstützen.

Dank des großen Engagements habe der Laden jetzt ein solides finanzielles Polster, sagt Pfetsch. Dadurch konnten neue sparsame Kühlvitrinen und ein modernes Kassensystem angeschafft werden. Jetzt sollen auch Helfer eine gewisse finanzielle Würdigung erhalten: „Um das Weiterbestehen des Ladens in Zukunft zu sichern, wird ab Januar diesen Jahres eine Aufwandsentschädigung an zwei Frauen bezahlt, weil ihre Tätigkeit das Ehrenamt bei Weitem übersteigt“, begründet Pfetsch. Der kleine finanzielle Beitrag könne natürlich nicht den ganzen Einsatz abdecken. Der Laden sei weiter auf den ehrenamtlichen Einsatz angewiesen. Vorstandsmitglied Andrea Authaler ist nach wie vor begeistert von dem Dorfladen, der vielen in Sonderbuch ein Treffpunkt geworden ist und das soziale Miteinander stärke. Die Mitarbeit als Ehrenamtliche sieht sie als Gewinn: Nicht nur, weil sie mitbekommt, wie gut der Laden anderen tut.

Persönlicher Gewinn

Auch weil es ihr Spaß macht, etwa gemeinsam mit Tanja Kast nach neuen sinnvollen Angeboten zu suchen. „Wie testen selber und bieten nur an, wovon wir überzeugt sind.“ Schön sei es dann zu beobachten, wenn bestimmte regionale Produkte wie Bratlinge oder Dinkel-Grieß auch bei den Kunden ankommen. Im Kontakt mit Anbietern lerne man, auf die Herstellung zu achten: „Ich gehe jetzt anders einkaufen“, sagt Andrea Authaler. Daher werden im Laden jetzt auch unbehandelte griechische Orangen angeboten, die erntefrisch in Ulm ankommen und persönlich dort abgeholt werden.

EIN LADEN ALS VORBILD FÜR ANDERE

Genossenschaft Der Sonderbucher Dorfladen wird als Genossenschaft mit 173 Genossen, vier Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsrat geführt. Geöffnet ist täglich von 6.30 bis 10 Uhr, samstags von 6.30 bis 11.30 Uhr.

Nachahmer Auch wegen des Erfolgs des Ladens gibt es Nachahmer. Am Freitag, 1. Februar, öffnet der Dorfladen in der Dorfstraße 8 in Bermaringen, der als Unternehmensgesellschaft von drei Gesellschafterinnen geführt wird. Er hat täglich von 6.30 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet, samstags von 6.30 bis 12.30 Uhr.

Bericht aus der SWP vom 25.01.2019